Gesetze rund ums Bauen, Vorgaben und Pläne
Beim Bauen spielen in Kufstein nicht nur Gesetze, Vorgaben und Pläne eine zentrale Rolle, um eine geordnete und sichere Entwicklung zu gewährleisten. So regelt die Stadtplanung und Raumordnung die Nutzung und Gestaltung von Flächen, während baurechtliche Vorgaben und Verordnungen die rechtlichen Rahmenbedingungen setzen.
Alles was Sie über Gesetze, Vorgaben und Pläne im baulichen Rahmen wissen müssen, erfahren Sie hier.
Alles was Sie über Gesetze, Vorgaben und Pläne im baulichen Rahmen wissen müssen, erfahren Sie hier.
Stadtplanung & Raumordnung in Kufstein
Stadtplanung und Raumordnung zielen darauf ab, eine nachhaltige Entwicklung urbaner Gebiete zu gewährleisten, indem sie die Nutzung von Flächen effizient organisieren und soziale, wirtschaftliche sowie ökologische Aspekte in Einklang bringen. Diese Prozesse beinhalten beispielsweise die Festlegung von Bauzonen oder den Schutz von Grünflächen.
Die Aufgabenbereiche der Stadtplanung umfassen u.a.:
- Flächenwidmung
- Bebauungsplan
- Vorgaben aus dem örtlichen Raumordnungskonzept
- Schutzzonen historischer Bereiche
- Inhalte spezfischer städtebaulichen Studien
Bei stadtplanerischen Fragen zu Ihrem Bauvorhaben in Kufstein ist die Raumordnungsabteilung des Stadtbauamtes zuständig.
In Auflage befindliche Planungsverfahren (Änderung ÖROK, Flächenwidmungsplan und Bebauungsplan) finden Sie auf der Amtstafel.
Baurechtliche Vorgaben & Verordnungen in Kufstein
Baurechtliche Vorgaben und Verordnungen legen die Rahmenbedingungen für Bauvorhaben fest, um eine geordnete und sichere bauliche Entwicklung sicherzustellen. Dazu gehören Bestimmungen zur Einhaltung von Bauvorschriften, Genehmigungsverfahren, Sicherheitsstandards und Berücksichtigung des Denkmalschutzes.
Folgende Vorgaben und Verordnungen sind einzuhalten:
- Tiroler Raumordnungsgesetz (TROG)
- Tiroler Bauordnung (TBO)
- Tiroler Stadt- und Ortsbildschutzgesetz (falls Sie in Schutzzonen bauen)
- Technische Bauvorschriften (TBV)
- OIB-Richtlinien 1 - 6 Ausgabe
- Technische Richtlinien Vorbeugender Brandschutz (TRVB)
- Bauunterlagenverordnung
- Energieausweis-Vorlage-Gesetz (EAVG)
- Tiroler Gas-, Heizungs- und Klimaanlagengesetz (TGHKG)
- Ö-Normen (kostenpflichtig)
- Stellplatzhöchstzahlenverordnung
- Örtliches Raumordnungskonzept
- Flächenwidmungsplan
- Bebauungsplan
- AGWR II-Gesetz
Mögliche weitere Vorgaben
- Denkmalschutz
- Gefahrenkataster (z. B. Wildbach- und Lawinenverbauung, Rutschgebiete)
- Hochwasserschutz, Quell- und Brunnenschutz usw.
- Naturschutz (z. B. geschützte Landschaftsteile)
- sonstige Nutzungsbeschränkungen
Baurechtliche Grundsätze
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Bauliche Anlagen dürfen grundsätzlich nur auf Grundstücken errichtet werden, die sich nach ihrer Widmung, Lage, Form, Größe und Bodenbeschaffenheit für die vorgesehene Bebauung eignen und die eine dem vorgesehenen Verwendungszweck entsprechende, rechtlich gesicherte Verbindung mit einer öffentlichen Verkehrsfläche haben.
Die Gebäude und baulichen Anlagen sind auf den Grundstücken so anzuordnen, dass sie sicher zugänglich sind und der wirksame Einsatz von Feuerlösch- und Rettungsgeräten gewährleistet ist.
Die Grundstücke müssen darüber hinaus über eine dem vorgesehenen Verwendungszweck entsprechende Wasser- und Energieversorgung sowie Entsorgung der Abwässer und der Niederschlagswässer verfügen - siehe wasserrechtliche Bewilligung.
Die Gebäude und baulichen Anlagen sind auf den Grundstücken so anzuordnen, dass sie sicher zugänglich sind und der wirksame Einsatz von Feuerlösch- und Rettungsgeräten gewährleistet ist.
Die Grundstücke müssen darüber hinaus über eine dem vorgesehenen Verwendungszweck entsprechende Wasser- und Energieversorgung sowie Entsorgung der Abwässer und der Niederschlagswässer verfügen - siehe wasserrechtliche Bewilligung.
Hochbau und Brandschutz (Bau- und Feuerpolizei)
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Baurechtliche Vorgaben im Hochbau beinhalten strikte Regelungen zur strukturellen Sicherheit, Energieeffizienz und Nutzung von Baumaterialien, um die Qualität und Langlebigkeit von Gebäuden sicherzustellen. Der Brandschutz, reguliert durch die Bau- und Feuerpolizei, umfasst Maßnahmen wie Fluchtwege, Brandschutzeinrichtungen und -konzepte, um die Sicherheit der Bewohner:innn und Nutzer:innen zu gewährleisten.
Was | Bedeutung |
---|---|
Mechanische Festigkeit und Standsicherheit (Statik) | OIB-Richtlinie 1: Tragwerke müssen eine ausreichende Tragfähigkeit, Gebrauchstauglichkeit und Dauerhaftigkeit aufweisen, um die Einwirkungen, denen das Bauwerk ausgesetzt ist, aufzunehmen und in den Boden abzutragen. |
Brandschutz | OIB-Richtlinie 2: In dieser OIB-Richtlinie werden Anforderungen an das Brandverhalten und an den Feuerwiderstand von Bauprodukten nach europäisch genormten Klassen gestellt. |
Hygiene, Gesundheit und Umweltschutz | OIB-Richtlinie 3: Die Anforderungen für Hygiene, Gesundheit und Umweltschutz müssen eingehalten werden. |
Nutzungssicherheit und Barrierefreiheit | OIB-Richtlinie 4: Die Anforderungen für Nutzungssicherheit und Barrierefreiheit müssen bei der Errichtung von bestimmten Bauvorhaben eingehalten werden. |
Schallschutz | OIB-Richtlinie 5: Gebäude und Gebäudeteile, die dem längeren Aufenthalt von Menschen dienen und deren widmungsgerechte Nutzung einen Ruheanspruch bewirkt, müssen die Richtlinie einhalten. Dazu zählen insbesondere Wohngebäude, Wohnheime, Bürogebäude, Beherbergungsstätten, Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser, Gebäude für religiöse Zwecke etc. |
Energieeinsparung und Wärmeschutz | Neben der OIB-Richtlinie 6 zu Anforderungen an die thermisch-energetische Qualität von Gebäuden müssen die Tiroler Bauordnung (TBO) und die Technischen Bauvorschriften (TBV) eingehalten werden. Sie regeln allgemein die energetische Ausführung der unterschiedlichen baulichen Maßnahmen. Im Bauverfahren sind die Anforderungen durch den Energieausweis (EAW) oder dem U-Wert einzelner Bauteile zu belegen. Einen Überblick, wann ein EAW erforderlich ist und welche energetischen Kennwerte erfüllt sein müssen, bietet die von der Abteilung allgemeine Bauangelegenheiten des Landes veröffentlichte Tabellenübersicht zu Gesamtenergieeffizienz und Erfordernis eines Energieausweises. |
Einsatz von hocheffizienten alternativen Heizsystemen | Bei einem Neubau muss laut Tiroler Bauordnung (TBO) geprüft werden, ob ein hocheffizientes alternatives Heizsystemen sinnvoll eingesetzt werden kann. Die Prüfung muss den Bauunterlagen beigelegt werden. Energie Tirol stellt dafür ein eigenes Formular zur Alternativenprüfung zur Verfügung. Wird trotz sinnvoller Alternativen ein System mit nicht erneuerbaren Energiequellen gewählt, kann dies zur Abweisung des Bauansuchens führen. Zu alternativen Heizsystemen zählen: Systeme basierend auf erneuerbaren Quellen (Pellets, etc.) Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (Nutzung und Verwertung der Wärme, die bei Produktionsprozessen entsteht) Fern- oder Nahwärme-Systeme bzw. Fern- oder Nahkälte-Systeme aus erneuerbaren Quellen Wärmepumpen (Wärmequelle: Grundwasser, Erdreich oder Luft) |
Veranstaltungsstätten | Errichtung, Änderung oder Umbau einer Veranstaltungsstätte unterliegen besonderen Voraussetzungen hinsichtlich der derzeit geltenden OIB-Richtlinien wie Brandschutz, Nutzungssicherheit, Barrierefreiheit oder Schallschutz. Daher sind Veranstaltungen in Gebäuden nur bei Erfüllung bestimmter Auflagen zulässig. |
Gebäude- und Wohnregister (AGWR) | Nach Erteilung der Baubewilligung werden entsprechend dem AGWR II-Gesetz bestimmte Daten ermittelt und im GWR-Online erfasst. Die Daten müssen vom Bauwerber zur Verfügung gestellt werden. Hier finden Sie das entsprechende Formular für die Neuerrichtung eines Gebäudes. |
*Systeme basierend auf erneuerbaren Quellen (Pellets, etc.), Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (Nutzung und Verwertung der Wärme, die bei Produktionsprozessen entsteht), Fern- oder Nahwärme-Systeme bzw. Fern- oder Nahkälte-Systeme aus erneuerbaren Quellen , Wärmepumpen (Wärmequelle: Grundwasser, Erdreich oder Luft)
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